Was ist DORA?
DORA ist der Digital Operational Resilience Act — Verordnung (EU) 2022/2554. Sie legt einen einzigen, harmonisierten Satz von Anforderungen dafür fest, wie Finanzunternehmen in der gesamten EU das Risiko steuern, dass ihre Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) ausfällt, gestört oder angegriffen wird. Das Ziel ist einfach: Eine Bank, ein Versicherer oder ein Zahlungsdienstleister soll weiterarbeiten und sich erholen können, wenn etwas in seinem Technologie-Stack schiefgeht.
Zwei Tatsachen prägen alles Weitere. Erstens ist DORA eine Verordnung, keine Richtlinie, und gilt damit unmittelbar in jedem Mitgliedstaat, statt in 27 einzelne nationale Gesetze umgesetzt zu werden. Der Text, der für Sie gilt, ist der EU-Text. Zweitens gilt sie seit dem 17. Januar 2025; das ist keine künftige Pflicht, die man einplanen muss, sondern eine bereits geltende.
Sie ist auch kein Zertifikat. Es gibt kein DORA-Siegel für die Wand und keine akkreditierte Stelle, die Sie zertifiziert. DORA setzt gesetzliche Anforderungen, die Sie erfüllen und gegenüber Ihrer Aufsichtsbehörde nachweisen müssen. Der richtige Rahmen ist deshalb Compliance und Nachweis, nicht Zertifizierung.
Eine Verordnung, keine Richtlinie
Diese Unterscheidung lohnt sich zu merken, denn sie ändert, wie Sie die Regeln lesen. Eine Richtlinie setzt Ziele, die jedes Land in eigenes Recht giesst, sodass die Details je nach Rechtsraum variieren. Eine Verordnung wie DORA gilt unmittelbar und einheitlich: Die Pflichten, die Kriterien zur Vorfallklassifizierung und die Meldefristen sind derselbe Text, wo immer Sie in der EU tätig sind. Die detaillierten technischen Standards, die das Konkrete ausfüllen, werden auf EU-Ebene von den European Supervisory Authorities geschrieben.